ISLAND 2018 – Woche 6

TAG 42 – Freitag, 24.08.18 – nochmal im Norden

Author: MS

Wetter: sonnig, windig, 15 Grad

Technik: Handy kaputt –  Mist

Gemüt: vor dem Handydefekt alles ok

Ausgeschlafen heute – bestimmt schon 10 Uhr – hatten gestern viele Bierchen zu den 3 Tagen Blogeinträgen getrunken – nur so zur Info  – 3 Tage Blogeintrag schreiben, Fotos zusammenstellen und Videos schnibbeln, dann alles ins online BlogPost stellen – uns totlachen über die Videos – hat ca. 2h gedauert. Es war sicherlich nach 1 Uhr nachts, als wir endlich erschöpft ins Bett fielen.

Der Plan  für heute wurde kurz umgeschmissen, wollten uns doch noch etwas erholen von der anstregenden Höhlenwanderung und 4×4 Tour gestern. Sind nach dem Frühstück mal wieder ins Schwimmbad gegangen, Wollen Euch an dieser Stelle auch nicht langweilen mit Fotos aus dem Whirlpool bei 42 Grad.

Beim herausholen meiner Sachen aus dem Spind ist es dann passiert – mein superteures Handy ist einfach herausgeflutscht und mit der Displayfläche plan auf den Fliesen aufgeschlagen – dann hat es einfach außer grüner Streifen gar nichts mehr anzeigen wollen – so ein Mist – kein Backup aller Daten – die besten Bilder sind zwar im Blog, dort aber nicht in ausreichender Qualität für ein Fotobuch. Muss wohl mal sehen, ob ich irgendwie da noch dran komme – auch ohne Display – muss halt raten wo man hinklicken muss – später – erst mal abregen.

Weil mein Handy defekt ist kommen die Bilder heute von einem IPhone.

Wir entschließen uns einen Abstecher zur örtlichen Wollfabrik zu machen und dann um die Halbinsel bei Hveravellir herumzufahren. Eine Wollfabrik ist echt erstaunlich – Maschinen produzieren aus der Wolle Meterware mit Motive und Näherinnen machen daraus dann Pullover, Mützen , Handschuhe und sonst was.

Für die ca. 50km Umweg werden wir belohnt mit einer tollen Aussicht auf eine Robbenbank. Genau 11 Robben tummeln sich – besser gesagt – schlafen auf Lavafelsen. Man kann denen stundenlang zu sehen und von weitem sieht es so aus als lägen da einfach dicke Fleischwülste in den Farben weiß oder grau in den Lavafelsen. Erst bei Flut bewegen die sich wieder – die Flut hier macht einen Höhenunterschied von 6m aus – erstaunlich. Wir warten nicht mehr so lange bis sich endlich mal was bewegt oder die Flut kommt und fahren weiter um die Halbinsel. An der Landspitze im Norden gibt es dann den geheimnisvollen Basaltfelsen Hvitserkur zu sehen der als Ungeheuer , als Mammut oder sonst was gedeutet werden kann. Der steht bei Flut einfach so im Meer, ist bestimmt 35m hoch und man fragt sich: wie kommt der hier eigentlich hin ?

Wir umwandern dieses seltsame Schauspiel, sammeln Muscheln, fotografieren und nehmen zum NachMittag einen Kaffee im Magirus.

Unser heutiges Ziel Laugafell – mitten im Hochland – ist wohl nicht mehr zu erreichen – schon viel zu spät – wir fahren einfach mal weiter und planen derweil um.

 

Wir wollen noch einmal irgendwo übernachten, Tank vollmachen, Toilette leeren und dann drei verschiedene 4×4 F-Pisten fahren. Ca. 3 Tage alles zusammen. F378 nach Laugafell, dann wieder Richtung Norden um dann letztendlich die Sprengisandur F85 komplett nach Süden zu nehmen,
Den letzten Campingsplatz übersehen wir und landen bei einer Viking-Rafting Destination. Der Diensthabende dort versichert uns das wir hier für kleines Geld übernachten dürfen, korrigiert sich nach Einparken aber in so fern, dass das nur geht wenn wir auch ein Rafting buchen. Da es eine nette „Kneipe“ gibt sagen wir, das wir uns erstmal informieren wollen. Nach ein paar Bier und Videos an der Theke haben wir Janine endlich soweit, dass sie die River-Rafting Tour das als ordentliches Hochzeitstaggeschenk anerkennt.(morgen am 25.08. ist unser 20. Hochzeitstag)   Lediglich bei dem geplanten Umschmiss des Bootes darf sie aussteigen – soweit die Vereinbarung – mal sehen was der Tag morgen bringt – um 9 Uhr geht’s los.
Wir nehmen noch ein, zwei Bierchen an der Theke – welches von einer örtlichen Brauerei stammt und hier scheinbar  mit den Gästen getestet wird – unseres heute heißt SourBeer – wirklich sauer – aber nach dem dritten schmecks eigentlich. Erinnert mich eigentlich an meine ersten Selbstbrauversuche beim Bierbrauerkurs – lange her.
Eine nette Thekenbedienung führt uns durch den Abend, liest unseren Blog wegen der Westfjorde, macht Bier und kickert sogar mit uns. Ein sehr netter Abend. Auf dem Bild sieht man auch schön was uns morgen erwarten wird.

 

TAG 41 – Donnerstag, 23.08.18 – Surtshellir und Hochlandpiste F578 Richtung Norden

Author: JS/MS

Wetter: bewölkt, windig, 10 Grad

Technik: Mopped fast verloren, 1 Spanngurt hat sich durchgescheuert

Gemüt: freuen uns auf die Höhle

Heute hat uns der Wecker wieder aus dem Schlaf gerissen, ich möchte mir die Lavahöhle (Surtshellir) nicht mit lauter anderen Touris teilen. Schnell gefrühstückt, Katzenwäsche, warm anziehen und bewaffnet mit Stirn- und Taschenlampe gehen wir zum ersten Einstieg in die Höhle.

Diese und auch noch andere Höhlen liegen im  Lavafeld Hallmundarhraun und sind im 9. Jahrhundert entstanden Surtshellir ist ca. 1970m lang, sie hat mehrere Eingänge und wird in diversen Sagen erwähnt. Entstanden sind die Höhlen  wohl dadurch, dass heiße Lava über eine mit Eis gefüllte Spalte lief, sich dann rechts und links eingrub und am Ende oben auch alles bedeckte. Irgendwann muss das Eis dann geschmolzen sein. Hier und da fallen dann noch dicke Brocken von der Decke – und fertig ist die Höhle. Janine hat auf vedur.is herausgefunden, dass es alleine in den letzten 48h ca. 90 Erdbeben mit Stärken bis zu 2.9 auf Island gab  – das ist wohl nicht ungewöhnlich und völlig normal – Island ist halt immer noch sehr aktiv. Hoffentlich passiert nicht ausgerechnet hier jetzt was.

Vorsichtig klettern wir nach unten und wenden uns zunächst nach rechts. Der ganze Gang ist voll mit Gesteinsbrocken in unterschiedlicher Größe, einige sind zudem auch noch locker und nach ca. 3m ist es stockdunkel. Gut dass wir vorbereitet sind und Licht mitgebracht haben. Während Mikey den Akku seiner Taschenlampe über Nacht noch aufgeladen hat, sind die Batterien meiner Stirnlampe kurz davor den Geist aufzugeben, aber besser als gar kein Licht. Wir kraxeln also über die Steine, immer wieder leuchten Stalakmiten aus Eis hell im Licht der Taschenlampe auf, nach ½ Stunde machen wir kehrt und klettern zurück, um den anderen Gang zu erkunden. Auch hier wieder Gesteinsbrocken, die überwunden werden müssen, immer wieder Eisgebilde, die gespenstisch im Licht aufleuchten, selbst Schneefelder müssen überquert werden, und dass 2m unter der Erde in absoluter Finsternis. Nach 40 Minuten erreichen wir den 2. Ein-, in unserem Fall Ausstieg, in bzw. aus der Höhle. Doch anders als am 1. Ein-/Ausstieg, der ziemlich einfach zu bewältigen war, sind ragen die Wände hier steil nach oben. Ein aus Steinen gerichtetes Türmchen soll den Ein- / Ausstieg erleichtern. Michael schafft es natürlich ohne Problem aus der Höhle zu klettern.

Ich werde noch einen Blick in den nächsten Höhlengang und da es mir richtig Spaß gemacht hat, durch die dunkle Höhle zu klettern, rufe ich den armen Kerl wieder zurück, ich möchte noch bis zum nächsten Ein-/Ausstieg weitergehen. Das gleiche Spiel wie vorhin, nach 3m hat die Dunkelheit uns umhüllt und wir müssen im Licht von Taschen- bzw. Stirnlampe unseren Weg suchen. Der 3. Ein-/Ausstieg kommt dann früher, schon nach 10 Minuten sehen wir den ersten Lichtschein, der dann auch schnell größer wird. Doch hier ist absolut kein Rauskommen, die Wände ragen steil auf, also weiter zu Nummer 4. Wieder ca. 10 Minuten später sehen wir den ersten Lichtschein von Ausgang Nummer 4, noch ein bisschen kraxeln und wir sind wieder im Tageslicht. Hier ist auch das Rauskommen kein Problem. Wir staunen, wie weit weg unser Magirus steht. Unter der Erde in der Dunkelheit sind Entfernungen schlecht abzuschätzen.

Oberirdisch marschieren wir zum Parkplatz zurück, trinken Kaffee, spülen unsere Teller vom Frühstück und machen alles fahrbereit.

Hier ein Video zu den begehbaren Lava Höhlen

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https://www.youtube.com/watch?v=zcFwUSGSdvQ

Dann geht es zurück auf die Piste. Aus unserem Hochlandtrackbuch haben wir uns eine ‚einfache‘ Piste ausgesucht, die uns zurück in den Norden Islands führt. Wir lassen uns also durchschaukeln und genießen die landschaftlich schöne Fahrt durch das riesige Lavafeld und später durch die typische Hochlandlandschaft.

Wir nähern uns der einzigen Wasserfurt auf dieser Strecke und mir bleibt fast das Herz stehen. Diesmal ist es kein Bach den es zu queren gilt, 100 m mit starker Strömung liegen vor uns. Ich ziehe meine Wathose über und teste die Furt. Schon bald stehe ich bis zu den Knien im Wasser und die Strömung zerrt an mir, außerdem liegen immer wieder dicke Steine in der Spur, die Michael nehmen muss. Ich klettere ans andere Ufer und rufe ich erst mal an, ob er auch wirklich dort durch will.  Er will. Ich filme die ganze Durchfahrt und obwohl ich das Geschehen nur durchs Display vom Handy sehe, bricht mir der Schweiß aus, der Magirus wankt und wackelt, aber natürlich kann er viel mehr, als ich ihm zutraue und letztlich sucht er sich problemlos seinen Weg.

Diese ca. 80km Piste waren jetzt wirklich das schlimmste was wir bisher hier gefahren sind. Nicht weil schwierig oder anspruchsvoll (von der Furt mal abgesehen – aber da lacht der Profi wohl drüber), sondern von der Art der Piste. Mal unglaublich kurvig, rechts links rechts links links rechts usw. dann wieder unglaublich viele Steine, oder viele wirklich tiefe Löcher – voll mit Wasser- oder Senken oder kleine Erhebungen – durch die wir mit dem Magirus nicht einfach mit 50 Sachen durchkacheln können. Bei der Mittagspause dann auch festgestellt, dass ein Haltegurt vom Moped wohl gerissen und verlorengegangen ist. Ein Wunder das das nicht einfach runterfiel. Zum Glück gabs noch nen zweiten Gurt – der aber auch schon richtig lose.

Nach ca. 5h Fahrt war die Piste dann endlich geshafft, der allernächste Campingplatz angesteuert, gegessen im Restaurant und dann bei ein paar Bierechen den Blog hier für 3 Tage geschreiben, Bilder sortiert und Videos geschnibbelt.

 

Die Furt auf der F578 als Video hier:

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https://www.youtube.com/watch?v=gDXIeaKwxXQ

 

TAG 40 – Mittwoch, 22.08.18 – Westfjorde – Gletscherwanderung

Author: MS/JS

Wetter: bewölkt, kalt und windig, 12 Grad

Technik: Endstück vom Auspuff fast verloren

Gemüt: gut, heute mal bewegen

Wieder nicht das beste Wetter heute. Stehen mit Wecker auf, da heute ja die große Gletscherwanderung stattfinden soll. Wir müssen nochmals ca. 45km der Straße folgen und dann links auf eine Piste abbiegen. Der Schotterpiste folgen wir nochmal ca. 30km und enden dann an einem Parkplatz, von wo aus man die Gletscherzunge auch schon sehen kann. Es ist ein gewaltiges Tal, das der Gletscher hier hinterlassen hat, da auch der sich seit der letzten kleinen Eiszeit zurückzieht. Das Tal ist voll mit Geröll und Schutt, zwischendurch läuft in kleineren und größeren Bächen das Gletscher-Schmelzwasser und Wasser von den vielen kleinen Wasserfällen an den Talkanten ab. Es gilt den Wanderweg zu suchen, dieser ist alle paar Hundert Meter mit kleinen Steinmännchen markiert. Schwierig und total anstrengend über all die Geröllhalden, leichter da eher all die kleinen Bäche zu überqueren. Nach etwa zwei Stunden haben wir die Gletscherkante erreicht, sehen eine Gletscherzunge, aus der sehr viel Wasser in einem gigantischen Strom entweicht. Das Eis ist eher schwarz als weiß, wohl weil auch viel Vulkanasche aus dem Eis freigegeben wird.

Auf den Gletscher drauf wandern schenken wir uns, ist verboten und sieht auch ziemlich gefährlich aus, da am Rande immer wieder große Eisbrocken abbrechen oder Gletscherspalten bilden.

Nach einer Mittagsrast machen wir uns auf den Weg zurück – nicht ohne auch endlich mal so ein Steinmännchen zu bauen, welches vielleicht die nächsten 100 Jahre dort stehen wird ??????.

Nach weiteren 2h endlich wieder am Magirus. Kaffee und Routenbesprechung. Ziele für die nächsten Tage – bevor wir den Süden bereisen – sollen noch sein:
eine Lavahöhle die frei begehbar ist – ohne superteure Busfahrt und Guide.
der Rest der Nordküste – diese hatten wir ja für Reykjavik verlassen
Die Sprengisandur 4×4 Piste von Norden nach Süden (200km).
Wir entscheiden uns die Straße Richtung Süden zu den Lavahöhlen zu nehmen, dann auf einer F-Piste (4×4) wieder nach Norden zu fahren um dann endgültig die Sprengisandur 4×4 Piste nach Süden zu nehmen.

Also wieder auf die Piste. Die letzten 30km Schotter müssen wieder zurückgefahren werden. Danach aber für die nächsten 300km wieder Asphalt unter den Rädern. Will den Reifendruck dazu wieder erhöhen. Fahren ja seit Wochen mit den 4,5bar für Piste rum und verbrauchen deshalb viel zu viel Sprit auf Landstraßen. Dauert aber ewig mit unserer Eigenluftanlage. Schaffe es in Wind und Kälte auf 6 bar. (ca. 8 min pro Rad um 1.5 bar hinzu zu pumpen). Deshalb fahren wir auf die nächste Tankstelle um dort den Reifendruck noch etwas zu erhöhen, aber die Luftfüllgeräte dort sind nicht für LKW Reifen ausgerichtet, dafür nutzen wir die Waschplätze an der Tankstelle, die kostenlos sind, und waschen unserem Truck den Dreck von vielen Kilometern Schotter, Sand und Schlamm ab. Der Gute ist kaum wiederzuerkennen und wir können endlich wieder einsteigen, ohne uns danach umziehen zu müssen. Jetzt bemerken wir auch, dass das Endstück vom Auspuff anscheinend nur noch durch Dreck an Ort und Stelle gehalten wurde. Jetzt baumelt es traurig herunter. Aber das ist natürlich kein Problem für Supermikey. Während ich ein kurzes Nickerchen halte, schraubt, hämmert und dängelt Michael so lange rum, bis das Endstück wieder fest dort sitzt, wo es hingehört.

Danach können wir endlich weiterfahren.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit diese 300km bei etwa 70km/h auf der Straße zu fahren.

Wir halten öfter mal an und machen Fotos von den wirklich einsam gelegenen Häusern und Höfen an den Westfjorden. Teilweise verlassen, teilweise sehr gepflegt. Viele richtig alt, andere sehen aus wie nagelneu. Was fast alle gemein haben sind die aus Wellblech gedeckten Dächer. Viele Häuser haben das Wellblech zudem auch als Fassadenschutz.

Nach etwa 4 ½ Stunden erreichen wir die Piste, die auf den letzten 20km zu den Höhlen führt. Es wird schon dunkel – der Campingplatz kurz vor den Höhlen wurde geschlossen. Wir fahren dann  also noch doch bis zu den Höhlen – 4×4 Pistenfahrt mit voller Beleuchtung – die 4 LED Scheinwerfer am Dachträger arbeiten gut –  und stehen dort direkt am Höhleneingang bis zum nächsten Morgen. Mittlerweile ist es gegen 23.00 Uhr dunkel, am Anfang unserer Reise wurde es überhaupt nicht richtig dunkel.

TAG 39 – Dienstag, 21.08.18 – weiter in den Westfjorden

Author: MS

Wetter: bewölkt, Regen, bewölkt, 13 Grad

Technik: läuft

Gemüt: heute Chilltag

Tatsächlich nicht das beste Wetter heute. Wir schlafen lange, frühstücken, räumen auf und wollen dann ins Schwimmbad. Janine geht direkt rein, ich selbst muss etwas arbeiten und setzte mich neben die freie Kaffeemaschine ins Schwimmbad – da gibt’s auch WLAN – muss mein Internetvolumen schonen. Janine schwimmt ein paar Bahnen , nutz den warmen Whirlpool und das HotPod Becken – beides draußen – und gammelt rum. Nach meiner Arbeit geh ich auch noch rein, mache all das gleiche und zudem nutzen wir auch die Rutsche – bezahlt ist bezahlt. Die Sauna ist leider ausgeschaltet.

Nachmittags gegen drei Uhr entscheiden wir uns dann doch noch weiter zu fahren. Halten in der nächsten Stadt Isafjördur zum Tanken, gehen noch etwas einkaufen und bummeln. Dann wieder auf die Piste. Wir wollen die Westfjorde abschließen,  vorher aber noch den Gletscher der Westfjorde (Drangajökull) besuchen. Da soll es einen schönen Wanderweg zur Gletscherzunge geben. Der Weg ist weit, da sich die Straße nun am Ufer um jeden Fjord rumhangelt. Wir passieren 6 Fjorde, manche gehen tief ins Land hinein. Luftlinie ist man dann 2km gefahren, auf der Straße waren es dann aber 50km.
Unterwegs präsentiert sich uns dann noch eine Robbe auf einem kleinen Stein sitzend – mitten im Fjord.

Wir fahren bis abends ca. 21:30 Uhr und kommen bis zu einem Campingplatz in Reykjanes . Dieser liegt an einem Hotel und ist heute mal wieder voll zu bezahlen (ca. 12.50 EUR/Person). Kochen Spaghetti und gehen recht erschöpft ins Bett.

Nachtrag zum 20.08 – Video – Janine’s Passfahrt zum Dynjandi

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=4bodF4nVqec

TAG 38 – Montag, 20.08.18 – Westfjorde – weiter nördlich

Author: MS

Wetter: bewölkt, Regen, bewölkt – 7-12 Grad

Technik: läuft

Gemüt: heute langer Fahrtag

Aufgewacht, es regnet, noch mal umgedreht und erst spät aufgestanden. Frühstücken, aufräumen, Moped aufladen. Eigentlich wollten wir ja noch mal in den HotPool, es ist aber regnerisch und schon spät und wir wollen noch bis an den nördlichsten Teil der Westfjorde fahren – weiter Weg mit vielen Bergpässen.

Die Piste, die sich über mehrere Fjorde hinweg und über Bergpässe schlängelt ist überwiegend geschottert , teilweise aber auch asphaltiert. Unterwegs gibt’s nicht wirklich spannendes zu sehen. Einen ausgewiesenen Badestrand lassen wir links liegen und Janine fährt mit dem Magirus ihren ersten Bergpass – nicht nur rauf – auch runter. Schön in einem Gang bergab, in dem man rein mit der Motorbremse bremsen kann. Das ist zwar nicht wirklich schnell, aber Bremsenschonend und vermittelt ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit – auf diesen Schotterpisten mit heute wieder bis zu 15% Gefälle dann so auch entspannend.

Das Zwischenziel heute lautet Dynjandi – Wasserfälle. 6 Wasserfälle, alle übereinander – Janine schreib auf Facebook so treffend: „Das Schönste: 1 x fahren, 6 x gucken“. Ein kurzer Wanderweg führt an den Hauptfall hinauf. 99m fällt das Wasser dort aufgefächert in 30m bis 60m Breite beim Einschlag.

Wir machen hier Mittagsrast, obwohl schon 15:30 Uhr. Es gibt Knäcke mit Aufschnitt , Kaffee und Keckse. Dann weiter.
Auffällig ist, dass je weiter man nach NordWesten kommt, umso weniger ist los. Aufgrund der weiten Wege verirren sich hier nicht so viele Touristen hin. Spätestens am Dynjandi machen die meisten dann wohl kehrt – so haben wir die Piste dann in weiten Teilen für uns alleine und können auch schön um alle Schlaglöcher drum rum zirkeln.

Noch zwei Bergpässe bis zu einem Campingplatz in Bolungavikur bei Isafjördur (akzeptiert auch die Campingcard). Der liegt wieder direkt an einem modernen Schwimmbad. Dieses bietet sogar Sauna. Da es aber schon recht spät ist gehen wir im Hafen bummeln, etwas essen und nehmen und das Schwimmbad mal für morgen vor – denn lt. WetterApp ist nicht abzusehen das das Wetter besser wird.

TAG 37 – Sonntag, 19.08.18 – Westfjorde – Waschtag

Author: JS/MS

Wetter: leider bewölkt

Technik: läuft – Bremse HA nachgestellt, Moped Benzinschlauch nicht dicht, Battrie leer

Gemüt: nichts spannendes heute zu erwarten – den ganzen Weg zurück

Heute ist angedacht den ganzen Weg wieder zurück zu fahren – wir befinden uns ja hier auf einer Landzunge zwischen zwei Fjorden. Optional kann noch ein weiterer Strand besichtigt werden, der in jedem Reiseführer als der „schönste und rote/goldene Strand“ beschrieben wird. Viele Einräge in Tripadvisor belegen aber nichts besonderes, insbesondere wenn das Wetter eher schlecht ist – und die 15km Piste dorthin sollen katastrophal sein. Und was soll unseren Strandtag von gestern schon noch toppen ? – Dieser Strand ist übrigens nirgendwo erwähnt – scheinbar zu weit weg von der Hauptpiste und für normale PKWs eher schlecht zu erreichen. Wir fahren also wieder zurück nach Patreksfjördur, dann aber rechts ab – wieder über einen Pass – und sind überascht wie schnell wir schon am nächsten Ziel sind. Wir wollten nach Talknafjörour auf einen Campingplatz mit guter Infrastruktur – müssen mal richtig waschen.
Der Campingplatz in Talknafjörour ist direkt neben einem netten Schwimmbad, akzeptiert die Campingcard, hat WLAN, Toiletten Duschen und Waschmaschinen. Janine macht 3 Maschinen Wäsche und putzt derweil auch die Bude, ich selbst lade Mopded ab, baue da einen neuen Benzinschlauch ein und lade die Batterie auf. Nicht weit weg sind wieder nette HotPods – da fahren wir dann später vl. mal mit dem Moped hin. Zudem hat die Bremse am LKW heute wieder merklich nachgelassen – bergab bei 14% Gefälle über mehrere Kilometer- vielleicht haben sich die neuen Beläge jetzt mal an die Trommel richtig angepaßt – stelle ein, zwei Zähne nach und mache Bremsproben auf Schotterpiste – blockiert jetzt auch wieder sauber – ohne schräg zu ziehen. Den Rest des Tages – bis Wäsche fertig ist – verbringen wir chillig mit Bier und Kaffee, Lesen , Routenplanungen und eben dem Blog für gestern und heute. Abends werden wir hier wohl auch noch grillen. Fotos haben wir heute keine gemacht, deshalb gibts noch ein paar von gestern – Piste und Landschaften der Westfjorde.

TAG 36 – Samstag, 18.08.18 – Westfjorde – Strandtag und westlichster Punkt Islands/Europa

Author: JS/MS

Wetter: blauer Himmel, die Sonne lacht

Technik: läuft

Gemüt: super, wenn die Sonne einen weckt, ist die Welt in Ordnung

Aufgewacht, die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, wir schaffen es um 10.00 vom Campingplatz loszukommen. Das ist Rekord. Da wir unsere Vorräte auffüllen müssen, steuern wir Patreksfjördur an. Dieser Ort gehört mit seinen 650 Einwohnern zu den Großstädten in den Westfjorden. Als erstes geht es in den Supermarkt, Vorräte für 2-3 Tage landen im Einkaufswagen, danach in die Vinbudin, Bierchen kaufen, zuletzt fahren wir zur Tankstelle, dort können wir unser Grauwasser ablassen und Frischwasser auffüllen. Wir fahren einmal durch den Ort, viele nette Häuser da, und haben dann wieder, für den Moment, Asphalt unter den Rädern, wir müssen ein Stück zurück, denn wir wollen zum westlichsten Punkt Island und wohl auch Europas. Bald schon wird aus Asphalt Schotter, zunächst noch gut befahrbar, doch je weiter wir fahren, umso schlechter wird die Straße, aber das ist ja kein Problem für den Magirus.

Wir kommen an einem Schiffswrack vorbei, das erste aus Stahl gefertigte Fischerboot Islands aus dem Jahr 1912 ist 1981 kurz hinter Patreksfjördur gestrandet. Ich kann zwar Michaels Begeisterung für rostigen Stahl nicht teilen, lenke aber den LKW nah ans Wrack heran fürs Foto. Natürlich muss das Wrack, obwohl es wegen des schlechten Zustandes verboten ist, auch bestiegen werden. Aber wir sind nicht die einzigen, die ihren Wagen dorthin lenken.

Über mehrere Pässe geht es, immer steil 300-400 Höhemeter hoch – danach wieder Täler – fast immer ein kleiner netter Hof im Tal – wie abgeschieden die doch hier leben.

Weiter geht es, an weißen Sandstränden, Dünen und türkisblauem Wasser vorbei.

Aber auch immer wieder an Schrottplätzen, es werden natürlich wieder Fotos gemacht. Nach ca. 10 km passieren wir den Hof Hnjotur, wo ein Heimatmuseum zu finden ist und ein verrosteter ‚Rosinenbomber‘. Das Museum ignorieren wir, das alte Flugzeug wird ausgiebig fotografiert.

Und wieder zurück zur Schotterpiste, manchmal geht es auf der einen Seite steil in die Höhe, auf der anderen steil nach unten, natürlich ohne Leitplanken oder ähnliches und die Straße ist voller Schlaglöcher. Irgendwann gabelt sich der Weg, eigentlich müssten wir uns links halten, aber die Neugier treibt uns dazu den rechten Abzweig zu nehmen. Wieder kommen wir an diverse Stränden vorbei, aber wir kommen mit dem Truck nicht nah genug heran und Parkmöglichkeiten sind keine vorhanden, also fahren wir weiter, vorbei an idyllisch gelegenen Höfen. Und endlich finden wir eine Parkmöglichkeit für den Magirus, packen unsere Stullen, Kekse und Cola in den Rucksack, dazu noch ein Handtuch und laufen zum Wasser. Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen und machen erst mal ein Picknick. Nachdem wir uns gestärkt haben, will Mikey schwimmen gehen. Total verrückt, der Atlantik hat hier so um die 8-9 Grad, aber er zieht es echt durch und wirft sich in die Fluten. Natürlich halte ich diese Heldentat mit der Kamera fest und dann reicht es auch.

Gott sei Dank ist es in Sonne ohne Wind angenehm warm und Michael kann sich aufwärmen, durch das Fernglas können wir kurz Robben beobachten, aber leider waren die schnell weg. Wir spazieren dann noch ein wenig am Strand entlang und sammeln Muscheln und Steine. Dann geht es zurück zum Truck. Wir müssen den ganzen Weg zurückfahren und nehmen dann den Abzweig Richtung Bjargtangar, eben dem bereits erwähnten westlichsten Zipfel Islands. Wir lassen den Magirus auf dem Parkplatz und erklimmen den Anstieg zu den Vogelklippen. Über 400m fallen die Klippen steil bergab und es gibt keine Absperrung, dafür aber einen sensationellen Ausblick. Allerdings sind die Klippen ziemlich verwaist, denn viele Vögel, darunter auch die niedlichen Puffins, sind schon weitergezogen. Wir bleiben ein Weilchen und schauen aufs Meer in der Hoffnung Robben oder Wale zu sehen, aber die haben heute wohl keine Lust.

Nur 3km zurück ist ein kostenloser Stellplatz direkt am Meer, den wir ansteuern, um dort die Nacht zu verbringen.

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